Das Dorf

Alte Urkunden nennen den Ort "Spurchenheim" und überweisen ihn ab 983
in den Besitz des Mainzer Erzbistums. In dieser Periode formten sich aus dem
einstigen Vorwerk des Nieder-Ingelheimer Kaiserpalastes sechs stattliche Gutshöfe,
deren markante Baustruktur heute noch teilweise nachvollziehbar ist.

Neben adeligen Ministerialien war im Mittelalter auch das Ober-Ingelheimer
Nonnenkloster "Engelthal"mit einem größeren Wirtschaftswesen ausgestattet.

Im Jahre 1128 schenkte der Mainzer Erzbischof Adalbert den Chorbrüdern des heiligen Martin
zu Mainz zur Verbesserung ihrer Präbende den Hof zu "Spurchenheim", den er von der Gräfin Richarda,
der Gemahlin des Markgrafen Rudolf, gekauft hatte.

Zur Mitte des 15. Jahrhunderts wechselte das Dorf an die Herrschaft von Kurpfalz.
Im Verlaufe des 18. Jahrhunderts gelang den Grafen von Ingelheim der Erwerb
und die Vereinigung sämtlicher Hofreiten. 1817, nach französischer Verwaltung,
kam es zur Aufteilung der Ländereien an die ehemaligen bürgerlichen Pächter.

Überregionale Bedeutung erfuhr Sporkenheim bis 1769 als Raststation für ungarische
Karls/Aachen-Wallfahrer. Daran erinnern westlich des kleinen Weilers Namen wie
"Biljesgewann" und "Straßenborn".

1949 erhielt die engagierte Gemeinde ihr eigenes Gotteshaus " St. Marien" und schuf sich
damit zugleich eine ganz besondere architktonische Zierde im heutigen Ortsbild.

Von hier aus lohnt sich ein historischer Rundgang entlang der Grenzen des altes Siedlungskerns:
Am Kloster- An den Gärten - Rheingaustraße- Gaulsheimer Straße.

Erhöhte Wohnfronten und langgestreckte Stalltrakte zeigen dort giebel- und traufenständig
die einst prägende Bauweise der früheren Ursprungshöfe an. Während vom einstigen Backhaus
keinerlei Reste erhalten geblieben sind, lassen sich von der Zehntscheune noch Spuren erkennen.
An der Ecke "Am Kloster / Kapellenstraße" ist in Zweitverwendung ein barocker Inschriftenstein verbaut.

Das wohl kostbarste Denkmal und Zeugnis Sporkenheimer Lokalgeschichte sind die "Am Kloster"
sichtbar erhaltenen Außenmauerpartien einer romanischen Kapelle.

Ein eindrucksvoll gestaltetes "Dorfkreuz" "Am Tulpenweg" erinnert an die Gefallenen der Weltkriege
dieses kleinsten Ingelheimer Stadtteils.

Quelle: Die von der Stadtverwaltung Ingelheim angebrachte Stehle in der Ortsmitte.
Quelle: WIKIPEDIA